Pfarrer Ludwig Kirsch


St. Joseph auf dem Sonnenberg um 1935


Gottesdienst in St. Joseph um 1935


Bildquelle: www.ag-sonnenberg-geschichte-in-chemnitz.de/personen/kirsch.htm

08/18 - (Ein)Blick zurück I: Der Geist von Ludwig Kirsch


08/2018 – (Ein)Blick zurück I: Der Geist von Ludwig Kirsch

 

Wir werden (…) täglich unsere Arbeit in der guten Meinung heiligen,

werden dadurch und durch unser Wesen

um uns herum Fröhlichkeit auszustrahlen suchen,

werden vergrämten und missgelaunten Menschen gegenüber

wie die liebe Sonne sein, die den Nebel vertreibt (…).“

 

(Ludwig Kirsch in: Arbeit und Frohsinn, erschienen 1934 in der Sächsischen Volkszeitung)

 

Das beste Haus am Platz. Eine gute Adresse. Doch weiß man auch, was sich dahinter verbirgt? Die Ludwig-Kirsch-Straße, auf der auch unser Gebäude steht, hat eine Vergangenheit, die eng mit jener ihres Namensgebers zusammenhängt.

Ludwig Alexander Anselm Kirsch, geboren am 09. Dezember 1891, war katholischer Priester und Seelsorger. Über das Maß engagiert sorgte er sich während des Nationalsozialismus, des 2. Weltkrieges und beginnenden Wiederaufbaus um seine Gemeinden. Den christlichen Missionsaufruf des „Gehet hinaus in die Welt“ ausweitend, brachte er sich auch in die Politik ein und schreibt zahlreiche Artikel in der „Sächsischen Volkszeitung“.

Kirsch war einer, der nie Stille stand, einer, der sich dem Dienst an allen Menschen verschrieben hatte und die Nächstenliebe nicht nur einforderte, sondern vollends verkörperte. So zum Beispiel während seines seelsorglichen Einsatzes im Konzentrationslager Sachsenburg, wegen dem er 1935 als Häftling Nr. 1648 vier Monate in Haft war. Im selben Jahr übernahm er auch die Leitung der katholischen St. Joseph Gemeinde auf dem Chemnitzer Sonnenberg.

Als Ludwig Kirsch am 22. Januar 1950 stirbt, reißt er nicht nur hier eine große Lücke. Mit seinem Tod hatte das Bistum Dresden-Meißen einen engagierten Pfarrer, Sachsen einen außerordentlichen Politiker und Ostdeutschland einen vehementen Verfechter der deutschen Einheit verloren. Tausende Menschen und  das Glockengeläut aller Chemnitzer Kirchen begleiteten den Trauermarsch.

Die Stadt brachte ihre Hochachtung vor der Arbeit und der Person Ludwig Kirschs damit zum Ausdruck, dass sie 1951 eine Straße nach ihm benannte. Zuvor hatte diese den Namen Alexanderstraße getragen.

Und vielleicht ist es ja der Geist Ludwig Kirschs, der die Mitarbeiter des alexxanders immer wieder in ihrer Arbeit beflügelt? In der „Sächsischen Volkszeitung“ konnte man jedenfalls 1934 in Kirschs Beitrag über „Arbeit und Frohsinn“ Folgendes lesen:

„Es liegt wirklich nicht an dem ‚Was‘ der Arbeit, an der Verdiensthöhe allein, sondern vielmehr an der inneren Gesinnung und Einstellung des Menschen zu ihr(…)

 

 In diesem Sinne, Frohes Schaffen!

Ihre andersgastgeber

 

 

 

Quellen/weiterführende Links:

http://www.altes-chemnitz.de/chemnitz/strassennamen.htm

http://www.pfarrerludwigkirsch.de

http://www.ag-sonnenberg-geschichte-in-chemnitz.de/Personen/Kirsch.htm